Kurt, wer möchte schon ein Einhorn sein – Chantal Schreiber

Kinderbuch/Vorlesegeschichte 

Erschienen beim Ellermann-Verlag

Umfang ca. 103 Seiten

 

„[…] Mein Name ist Kurt. Wenn du’s unbedingt wissen willst“.

Trill sieht Kurt mit schief gelegtem Kopf an.

„Du willst mich veräppeln.“

„Veräppeln nicht. Verkloppen vielleicht.“

„Aber du bist ein Einhorn.“

Scharf beobachtet.“

„Einhörner heissen nicht Kurt. Das ist unpassend.“ 

Aus „Kurt, wer möchte schon ein Einhorn sein “ von Chantal Schreiber

 

 

Inhalt:

Kurt hat blaue Augen, sein Fell schimmert bei Mitgefühl und bei jeder Bewegung gibt es einen Schauer von rosa glitzernden Sternen, denn er ist ein Einhorn. Er findet all das total peinlich! Ausserdem hat er furchtbare Angst vor Mäusen (was er natürlich niemals zugeben würde ;) ) Doch als der plappernde Vogel Trill auftaucht und ihn davon überzeugen will, Prinzessin Floh zu retten, welche vom Dumpf-Sumpf-Prunz entführt wurde, ist er zuerst dagegen. Doch als Trill mit dem Pakt anfängt, der zwischen Einhörnern und Prinzessinnen existiert, kann Kurt dies nicht leugnen, denn seine Nüstern färben sich gerade lila. Wie immer, wenn er lügt. Dabei steht ihm lila doch überhaupt nicht, findet Kurt. Schliesslich fängt Trill auch noch an zu erzählen, wie schlecht es der Prinzessin ergehe, sie leide Hunger und Durst, habe schreckliche Sehnsucht nach ihren Eltern und fürchte sich. Kurt will es aber nicht hören, doch da verrät ihn sein Fell, das plötzlich anfängt zu schimmern. Und so lässt sich Kurt schliesslich überreden, der Prinzessin doch zu helfen, und trifft in seinem Abendteuer nicht nur auf den Dumpf-Sumpf-Prunz, sondern auch auf super-coole Ninja-Goldfische.

 

Kritik:

 

Ich finde Kurt so was von cool und im Gegensatz zu Trill finde ich den Name „Kurt“ absolut passend für ein Einhorn! Es ist mal eine wirklich andere Geschichte. Wie viele Kindergeschichten gibt es schon, in dem das Einhorn „Kurt“ heisst? Aber nicht nur der Name des Einhorns ist an dieser Geschichte aussergewöhnlich. Sowohl die ganze Idee mit Kurt, der fast ein bisschen mürrisch ist und dem sowieso alles super peinlich ist, finde ich gelungen, als auch deren Umsetzung. Ich habe in meiner Kindheit wirklich viele Bücher gelesen, aber definitiv noch nie so eines. Weg von all den Klischees, wo Einhörner „Sternenschweif“ oder „Komet" heissen und immer gleich von Anfang an die Helden sind – Kurt ist besonders. Und wenn es ein Buch schafft, mich, eine Jugendliche, die normalerweise eher New/Young Adult liest, dazu zu bewegen, ein Kinderbuch zu kaufen, will das schon was heissen! Ein grosses Lob an die Autorin, die mit Kurt weg von all den 08/15-Einhorn-Geschichten kommt und ein Buch mit so einer Genialität schreibt, dass es selbst für Jugendliche/Erwachsene noch ein Spass ist, ist es zu lesen. Ich kann euch allen nur ans Herz legen, lest es! Für mich eine super Geschichte, die sich sicher auch hervorragend zum Vorlesen oder für Erstleser eignet und zudem noch mit tollen Illustrationen versehen ist. Absolute Lese-Empfehlung von mir, die natürlich 5 Sterne erhält.