... doch jetzt steckt er als ebensolcher fest im Internat Nightmore für gruselige Wesen aller Art. Wird er mit Hilfe einer dämonischen Freundin einen Rausschmiss erzielen oder findet er sich doch im Schullalltag ein? Darum geht es in Vanessa Walders "Nightmore. Das grusligste Internat der Welt. Plötzlich Werwolf."
Januar 2026
Von Redakteurin Julia Zimmermann
Nightmore. Das grusligste Internat der Welt – Plötzlich Werwolf
Vanessa Walder
Loewe 2025
Ab 7 Jahren
Traust du dich?,
fragt der Klappentext, denn in Nightmore „lernst du das Fürchten“.
Der Auftaktband zur neuen Gruselinternat-Reihe im Loewe-Verlag für junge Leser*innen zwischen 6 und 10 Jahren kombiniert altbekannte Lieblingsthemen von Kindern: Schul- und Internatsgeschichten mit gruseligen Sagengestalten.
Im Zentrum der Geschichte stehen der frisch gebissene Werwolf Fynn und seine neugewonnene Schulfreundin, die zwielichtige Dämonin Sinista Satania Dämonia. Auch an den Namen merkt man: es wird darauf abgezielt, dass die Leser*innen mit diesem Buch ihre erste Gruselgeschichte in den Händen halten.
Fynn möchte zunächst aus dem Internat fliehen, um zurück zu seiner Familie zu kommen und weiter sein – bislang erfolgreiches – Menschenleben zu führen. Über zahlreiche Fluchtversuche und ein Blutballturnier merkt er, dass er sich doch den sogenannten „Nocties“ zugehörig fühlt. Diese innere Entwicklung ist wenig durchgängig erkennbar, sie passiert recht abgehackt und wenig nachvollziehbar. Einzelne spannende Ideen wie Fynns ungewöhnliche ‚Zwischenstufe‘ zwischen Mensch und Werwolf werden angerissen, aber nicht weiterverfolgt. Das brutale Blutball-Turnier (mit Ähnlichkeiten zum Fußball) nimmt fast ein Drittel des gesamten Buches ein. Besonders störend empfinde ich den Bruch der vierten Wand, indem – gerade zu Beginn übermäßig häufig, teils mehrfach auf einer Seite – Kommentierungen zur Aussprache einzelner Wörter wie Fynn, Akademie, Steak und Handy (??) eingefügt werden. Dies kreiert nicht gerade den Eindruck, dass die jungen Leser*innen ernst genommen werden.
Insgesamt ist der erste Band der Nightmore-Reihe, die vom ersten Eindruck große Ähnlichkeiten mit der Nevermoor- Reihe von Jessica Townsend aufweist, ein schnell zu lesendes, nettes Buch, aber nichts Aufregendes oder nie Da-gewesenes. Die zwischen Skizzen und Comic-Stil schwankenden Illustrationen in schwarz-weiß von Philipp Ach sind das Highlight des Buches. Spaßige Gimmicks sind darüber hinaus die voran gestellte Karte der Umgebung sowie im hinteren Einband Schulausweise der zentralen Figuren und ein unausgefüllter Aufnahmeantrag im Internat Nightmore. Gerade der Aufnahmeantrag mit verschiedenen Monster-Gruppen und Lieblingsfächern zum Ankreuzen macht neugierig, worum es nun in den folgenden Bänden der Reihe gehen wird. Die Reihe punktet ebenfalls mit einem vergleichsweise niedrigen Verkaufspreis und der Anbindung an Antolin.