Der erste Band der Animos-Serie "Animos. Das Heulen der Wölfe" von Aimée Carter enttäuscht durch wenig Innovation und unübersehbare Ähnlichkeiten zu Percy Jackson und Harry Potter.
Januar 2026
Von Hannah Sophie Schmitt
Animox. Das Heulen der Wölfe.
Aimée Carter
Oetinger 2016
Übersetzt von Marek Illinger
Ab 10
Simon ist ein ganz gewöhnlicher Junge – denkt er zumindest. Er wächst bei seinem Onkel Derryl auf, weil seine Mutter beruflich viel unterwegs ist.
Nur etwas ist an Simon anders: Er kann mit Tieren sprechen. Deswegen wird er zum Gespött der Schule.
Eines Tages warnt ihn ein Adler – Orion – vor dem Tierreich und davor, dass seine Mutter entführt wird. Kurz darauf tritt dieser Fall auch ein – massenhaft Ratten entführen seine Mutter und Simon muss fliehen. Doch sein Weg führt ihn zu Orion, dem grossen Adler, der der König des Vogelreichs ist. Simon erfährt endlich, dass er ein Animox ist und sich in ein Tier verwandeln kann – nur welches, das ist noch offen.
Bei Orion trifft er auf Winter, die er bereits aus der Schule kennt und zusammen beschliessen sie, dass sie Simons Mutter retten wollen, die von der Alpha, die über die restlichen Tierkönigreiche herrscht und ihren Sitz unter dem Zoo hat, entführt worden ist.
Bereits diese kurze Inhaltsbeschreibung lässt die Ähnlichkeiten zu Percy Jackson und Harry Potter erkennen. Die Storyline ähnelt stark dem von Percy Jackson, bei dem seine Mutter zwar stirbt, er dann aber versucht mit seinen Freund*innen, seine Mutter zurückzuholen. Dass seine Freundin Winter ihn einmal "Algenhirn" nennt, ist zudem eine weitere Parallele, die nicht zu übersehen auf PJ referiert.
Generell erinnert die gesamte Konstellation der Reiche auch stark an eine Mischung von PJ und HP: es gibt zwei Lager (wie bei PJ) und in dem einen Lager gibt es verschiedene Bereiche / Häuser (allerdings fünf und nicht vier wie bei HP). Eingeteilt werden diese Bereiche / Häuser zwar nach den Tierreichen, aber auch diese erinnern zumindest in Teilen an die Hogwartshäuser (Adler, Schlange).
Natürlich gibt es auch Geheimgänge und alles mögliche in dieser Schule unter dem Zoo, dass dann aber auch noch ein Herrscherstab vorkommt, der in fünf Teile zerlegt wurde (fast wie die sieben Horkruxe) ähnelt dann doch sehr stark Harry Potter. Dass man mit diesem Herrscherstab die Welt beherrschen kann, erklärt sich von selbst.
Generell muss leider gesagt werden, dass Simon zwar einigermassen sympathisch ist, seine Handlungen jedoch gedankenlos und naiv. Er widersetzt sich – ohne sich in der Welt der Animox auszukennen – seinem Onkel und bringt alle und alles damit in Gefahr. Und dies mehr als nur einmal. Eigentlich hat er keine Ahnung von gar nichts, denkt aber, er wüsste es besser. Zum Lesen ist dies leider eher anstrengend.
Einziger Pluspunkt: Es ist eine schöne Geschichte über Freundschaft und Akzeptanz – auch wenn meiner Meinung nach eine Handlung von Simon nicht ganz nachvollziehbar ist.
Leider ist auch das Ende ziemlich vorhersehbar, um nicht zu sagen die einzig logische Lösung.
Animox. Das Heulen der Wölfe konnte mich durch seine Ähnlichkeiten zu Percy Jackson und Harry Potter und der wenigen eigenen Innovation leider nicht abholen, aber wer nach einem ähnlichen Buch wie die beiden obergenannten sucht, könnte hieran seine Freude haben.