"12 Stockwerke. Mein unglaubliches Zuhause am Ende der Welt" erzählt eine fantastische Geschichte, die wirklich ganz und gar unglaublich ist.
Bild folgt :)
Februar 2026
Von Hannah Sophie Schmitt
12 Stockwerke. Mein unglaubliches Zuhause am Ende der Welt
Arnís Thórarinsdóttir und Hulda Sigrún Bjarnadóttir$
Aus dem Isländischen von Gisa Marehn
Mit Bildern von Felicitas Horstschäfer
Arena 2023
Ab 10 Jahren
Dagny freut sich, als ihre Eltern die Nachricht verkünden, dass sie dieses Jahr die Sommerferien etwas ausdehnen und ihre Oma auf der Insel besuchen. Oma Insel, wie Dagny sie nennt, hat sie noch nie kennengelernt. Alles, was sie über Oma weiss, ist, dass sie auf einer Insel wohnt.
Was Dagny allerdings erst vor Ort erfährt. Sie sind mit der letzten Fähre gekommen und müssen nun den gesamten Winter bis Mai auf dieser sonderbaren Insel verbringen, auf der alle zusammen in einem Hochaus leben und auf der es (fast) keinen Handyempfang gibt.
Was schon fast utopisch klingt, hat zukunfsorientierende Idee. Es gibt eine Köchin, einen Wäscheservice und alle müssen sich nützlich machen. Der Strom wird über Solarzellen erzeugt, wird per Fahrrad hergestellt oder – muss durch die Bewegung der Schaukel erzeugt werden.
Während Dagny zuerst nicht allzu glücklich ist, geht ihre Mutter vollständig in der Arbeit auf dem Bauernhof auf – endlich muss sie sich nicht mehr um die Wäsche kümmern und auch nicht mehr kochen. Es ist Arbeitsteilung par excellence.
Auch die ökologischen Aspekte kommen nicht zu kurz: Alle Bewohner*innen haben ein Energiesoll, dass sie zu erfüllen haben. Ausserdem wird nichts weggeworfen, sondern die vorhandenen Materialien genutzt.
Aber auch gesellschaftskritische Aspekte sind vorhanden: Plötzlich geschehen in Haus seltsame Dinge, die sich niemand erklären kann. Dagny ist auf einer heissen Spur, die sie jedoch fast ins Verderben treibt.
12 Stockwerke ist ein ökologischer Kinderroman, der Kinder dazu anregt, über Gesellschaft und ihre Formen sowie das Zusammenleben nachzudenken, ohne dabei belehrend zu sein. Vielmehr wird durch die immer wieder aneckende Dagny eine Sympathieträgerin geschaffen, die einem durch diese Geschichte führt.
Aufgelockert wird der Roman durch ein kleines Daumenkino, welches für zusätzliche Freude beim Lesen sorgt.
Eine Empfehlung, für alle, die nach einem etwas aussergewöhnlichen Buch suchen, das sich mit gesellschaftlichen Themen des Zusammenlebens auseinandersetzt.